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Click and Meet

Ab heute (bzw. in Sachsen und bundesweit seit Montag) dürfen stationäre Geschäfte in Leipzig wieder öffnen. Allerdings nur mit „Click and Meet“. In diesem Beitrag möchte ich kurz erklären was Click and Meet genau bedeutet und wie Sie es als Einzelhändler schnell und kostenfrei auf Ihrer Webseite nutzen können. Ich persönlich habe diese Woche spontan ein Click & Meet System über Timify bei einem Kunden installiert und kann bereits erste Erfahrungen weitergeben.

Was ist Click & Meet?

Click & Meet bedeutet kurz gesagt „online buchen“, also via Mausklick, einen Termin zu wählen und dann im Geschäft zum vereinbarten Termin einzukaufen, bzw. 1:1 übersetzt, sich zu treffen.

Erweiterung von Click and Collect

Es ist eine der Pandemie geschuldete neue Form des bereits etablierten „Click and Collect“, welches das online Reservieren und Abholen ermöglicht. Click and Meet ist der nächste Schritt und ermöglicht es nun auch durch den Laden vor Ort zu stöbern und einzukaufen.

Einkaufen ohne Angst

Damit dies ohne Angst vor Corona Ansteckung geschehen kann, wurde Click and Meet kurzerhand ins Leben gerufen. Eine Terminbuchung ermöglicht es nicht nur die Anzahl der Kunden im Geschäft zu begrenzen, sondern auch eine lückenlose Nachverfolgung im Fall einer Corona Erkrankung. Einzelhändler sind dabei an bestimmte Auflagen gebunden. In Sachsen ist es beispielweise die Kundenanzahl pro Quadratmeter.

Lohnt sich Click & Meet für mich als Händler?

Ob sich Click & Meet lohnt hängt vom Faktor Personal ab. Für einen Einzelhändler, der keine Angestellten hat und sowieso im Laden ist, entstehen keine Mehrkosten wenn er Terminbuchungen anbietet. Dieser würde wahrscheinlich auch mal in Kauf nehmen nur für einen Einzeltermin in das Geschäft zu fahren.

Personaleinsatz für vereinzelte Termine rechnet sich nicht

Setzt man allerdings Personal ein wird es schon weniger attraktiv. Man kann zu seinen Angestellten ja schlecht sagen, dass man heute nur 11 Uhr und dann nochmal 15 Uhr zum Termin kommen soll. In der Regel beschäftigt man seine Angestellten ja tageweise bzw 6 – 8 Stunden am Stück. Hier gilt es also zunächst abzuwarten, wie hoch die Frequenz der Terminbuchungen ist. Ich würde daher anfangen zunächst nur kleinere Zeitfenster an umsatzstarken Tagen (Freitag / Samstag) freizuschalten und darüber ein Gefühl zu entwickeln, ob es die Kunden annehmen oder nicht.

Wenig Kunden aber höhere Umsätze

Zudem muss man beachten: Selbst wenn alle Zeitfenster ausgebucht werden und sich der Personaleinsatz von der Auslastung her lohnt. Es garantiert noch keine wirtschaftlich deckenden Einnahmen. Noch kann man nicht abschätzen ob Zeitfenster von einer Stunde pro Kunde und so eine geringe Anzahl an Kunden überhaupt die nötigen Umsätze bringen kann. Ich persönlich gehe zwar schon davon aus, dass der Umsatz pro Kunde deutlich höher sein wird, als bei normal geöffneten Geschäftstagen. Weil es einfach weniger Spontanbesuche und mehr kaufwillige Kundschaft geben wird.  Dennoch bleibe ich skeptisch ob die wenigen kaufbereiten Kunden den Umsatz erbringen können, den vorher das Vielfache an Kunden gebracht haben. Auch hier gilt es wohl zu testen.

Click & Meet ist ein Kundenservice

Aus Kundensicht ist es eine Option mal wieder etwas in einem lokalen Geschäft einzukaufen. Das alles bei wenig Infektionsrisiko und ohne Stress. Ein persönlicher Termin gibt Planungssicherheit und sichert das Einkaufserlebnis. Selbst wenn es sich wirtschaftlich nur knapp rechnet, ein Kundenservice ist es allemal. Und dieser starke Service steigert auch wieder das Image und die Kundenbindung. Es ist ein „Hey, wir sind wieder für euch da“ und ein erster Schritt ins normale Geschäftsleben.

Timify Buchungslink für Endkunden

So sieht TIMIFY für die Endkunden aus. Sie sehen nur die Zeiten, die noch verfügbar sind.

Wie richte ich Click & Meet ein?

Click & Meet ist am Ende nichts anderes als die Vereinbarung eines Termins wie bei einem Friseur. Je nachdem wie zeitgemäß der Friseur ist geht das telefonisch oder digital über die Webseite.

CALL and Meet als einfachste Lösung.

Die einfachste Möglichkeit ist aus dem Click & Meet ein „Call and Meet“ zu machen. Also einfach Terminbuchungen via Telefon entgegenzunehmen, freie Zeiten abgleichen und den Termin direkt zu vergeben. Vorteil für kleine Händler ist es, dass man am Telefon noch etwas mehr managen kann. Sieht man, dass Freitag bereits zwei Termine vergeben sind, kann man den Kunden evtl. noch da  mit einbauen und ist effektiver als wenn der Kunde eigenständig am Donnerstag einen Termin gebucht hätte.

Eine ähnliche Variante wäre auch die Terminvereinbarung über Whats App / SMS / Facebook etc.

Terminbuchungen über die eigene Webseite

Die digitale Lösung dagegen ist eine Art Online-Kalender. In diesem Kalender können Kunden freie Termine sehen und diese direkt „sichern“ und buchen. Es gibt eine Bestätigung via Mail und alle Kontaktdaten sind ausgetauscht. Für solch eine Lösung gibt es viele Anbieter. Ich persönlich habe diese Woche den Anbieter „TIMIFY“ ausprobiert und als „Click and Meet“ Lösung bei einem Lederwarengeschäft installiert. Der Vorteil: Es ist in der Basisversion kostenfrei und die Basisversion reicht für „Click and Meet“ komplett aus.

Timify Benutzeroberfläche für Click and Meet

Ansicht in der TIMIFY Webapp. In diesem Fall mit einem geblockten Zeitraum am Donnerstag

Click & Meet auf der eigenen Webseite kostenfrei  mit TIMIFY

Die Einrichtung ist sehr einfach. Man meldet sich an, wählt seine Branche (Handel) und dann ist man bereits in der Kalenderansicht. Jetzt kann man über „Ressourcen“ mehrere Standorte oder Angestellte erstellen. In meinem Beispiel habe ich TIMIFY für drei Standorte erstellt. Dafür habe ich drei Ressouren eingerichtet. Jede Ressource steht für einen Standort. Man gibt die Öffnungszeitenfür jede Ressouce an. So kann man auch verschiedene Mitarbeiter als Ressoruce anlegen. Beispielsweise ist Mitarbeiter XY am Montag von 10 – 14Uhr im Geschäft. Dann kann man diese Ressource auch nur dann buchen.

Termine blocken / nicht zur Verfügung stellen bei TIMIFY

Kurz nach der Einrichtung kam schon die erste Frage des Kundens: „Wie kann ich Zeiten einrichten, an denen keiner im Laden ist bzw. wir geschlossen haben?“. Wir haben das so gelöst, dass wir einfach zu diesen Zeiten einen internen Termin namens „geschlossen“ für diese Zeiten angelegt haben. Der Endkunde sieht beim Buchen nicht die anderen Termine sondern lediglich die verfügbaren Zeiten. Sicher gibt es da noch eine smartere Lösung seitens TIMFIY. Aber aus Zeitmangel haben wir diese „Quick and Dirty“ Variante gewählt.

TIMIFY auf der Webseite einrichten (WordPress Plugin)

Die einfachste Lösung Click and Meet mit TIMIFY auf der eigenen Webseite einzubinden ist der direkte Link zum Buchungskalender. Unter Verwaltung erhält man in der TIMIFY Oberfläche einen Buchungslink. Ich persönlich würde einfach einen Button auf der Webseite einbinden der dann zu diesem Link führt.

Wer Worpdress als Webseiten System nutzt, kann auch das TIMIFY Plugin herunterladen. Dann hat man einen Buchungsbutton der immer sichtbar an der rechten Seitenleiste „klebt“. Bei mir hatte dies allerdings beim ersten Test Auswirkungen auf Animationseffekte bei der Webseite. Daher habe ich mich dann doch für den externen Link entschieden.

Fazit

„Click and Meet“ ist eine Zwischenlösung auf dem Weg zur Normalität. Dank externer Anbieter wie TIMIFY ist es auch sehr leicht und kostenfrei über die eigene Webseite zu realisieren. Der Kostenfaktor entsteht an anderer Stelle:  Dem Personal. Ob sich der Personaleinsatz für vereinzelte Termine lohnen wird, muss am Ende jeder Händler selber für sich herausfinden. In jedem Fall sehe ich die aktuelle „Click and  Meet“ Option als Gewinn. Vielleicht nicht wirtschaftlich, aber für die Kundenbindung und Botschaft: „Wir sind wieder für euch da“.

Wer Hilfe bei der Einrichtung benötigt, der kann sich gerne bei mir melden.